Da wir gerade einen kapitalen Netzwerkausfall zu “beklagen” haben, kann ich mich endlich mal wieder daran machen eine Artikel aus New York zu schreiben. An der Stelle eigentlich fairerweise darauf Hinweisen, dass ich ja eigentlich gar nicht in New York wohne. Ich wohne in Jersey City, was noch nicht einmal im gleichen Bundesstaat wie New York City liegt. Aber so genau darf man das meiner Meinung auch nicht nehmen. Ist im Grunde eh alles das Gleiche. Dafür würde mich zwar jeder New Yorker steinigen, aber ich sehe das ganz locker. (Wenn das doch mal jemand tun sollte, dann wird einfach der nächste, der behauptet die Freiheitsstatue würde in New York stehen ebenfalls beworfen.)
Wenn ich schon vom Wohnen rede schreibe, dann kann ich auch erwähnen, dass ich mich von meiner zwar extrem geschmackvoll eingerichteten aber doch recht einsamen Wohnung verabschiedet habe, um mit 2 Freunden zusammen zu ziehen. Der Clou des ganzen:
- Die Wohnung ist billiger (naja, mit Nebenkosten vermutlich genauso teuer wie meine alte Wohnung)
- Blick auf Manhattan
- 10 Minuten vom WTC
- Inkl. Pool (zum Baden)
- Inkl. Pool (zum Billard spielen)
- Inkl. Kino (inkl Popcornmaschine)
- Inkl. BBQ & Feuerstelle
- Inkl. Yakuzee
- Inkl. Fitnessstudio
Das aber wohl ausschlaggebende Argument für den Umzug war jedoch die Tatsache, dass ich das halbe Jahr davor ständig unterwegs war, nur um nicht alleine zuhause rumzusitzen. Das Fernsehprogramm ist zwar reichhaltig aber die Werbungen gehen einen irgendwann ziemlich auf den Senkel und auch im Internet gibt es irgendwann nichts Neues mehr zu entdecken. Das ewige Weggehen war zwar richtig lustig aber irgendwann gehen 5 Stunden Schlaf pro Nacht doch an die Substanz (ich wohne wie gesagt in Jersey und nicht in der „City that never sleeps“). Lange Rede, kurzer Sinn: Ich darf jetzt wieder einen einigermaßen geregelten Wochenablauf mein Eigen nennen. Daheim-gebliebene mag das verwundern (da ich in Deutschland ja eigentlich selten unter der Woche weggegangen bin) aber hier zählt das mittlerweile als Errungenschaft.
Zugegeben, ich bin mir fast sicher, dass ich eine Menge Kuriositäten verpasse. Aber dafür kann man sich zum Beispiel das RedBul Air Race direkt vom Dach aus angucken. Wer kann das schon von sich behaupten.
Wo wir schon beim Thema Sportarten sind darf natürlich auch nicht das Ereignis des Sommers vergessen werden. Ja, ich spreche von der Fußball-Weltmeisterschaft. Da ich ja als passionierter Was-kümmert-mich-die-Bundesliga-ich-ich-guck-nur-Nationalspiele-Vertreter keine besonderen Aktien in Fußball habe, ist es umso verwunderlicher, dass ich jetzt ein offizielles Trikot (engl.: “Jersey”) besitze und dieses auch fleißig ausgeführt habe. Besonders lustig wird das, wenn man in einem Biergarten in Brooklyn sitzt in den es neben ca. 50 Deutschland-Fans noch 450 Argentinien-Fans hingezogen hat. Die meisten haben es jedoch sportlich genommen.
Mit weiteren Details will ich euch verschonen. Eine herausragende Location war jedoch der
Hinterhof eines Brasilianers in der Nähe des Empire State Buildings. Wieder einmal eine gute Chance ein paar tolle Fotos zu machen. Generell muss ich ja zugeben, dass ich inzwischen meine Freude an guten Fotos gefunden haben. Ich werde zwar sicherlich kein Fotograf werden (dafür fehlt mir einfach der Blick und die Kreativität), aber zumindest das Nachbearbeiten mit Photoshop macht mir schon ziemlich Spaß. Mal gucken, was sich da noch entwickelt. Inspirationen bekommen man genug (um nur mal auf diese beiden netten Personen zu verweisen: Freddy & Marie.
Nachdem der Sommer in Deutschland ja gerüchtweise nur einen sehr kurzen Aufenthalt hatte, werde ich mich mit den Schilderungen der 40 Grad Wochen lieber etwas zurück halten. Nur so viel: Es ist warm! Sehr warm! Glücklicherweise haben wir ja den Ozean vor der Tür (eine Stunde fahrt ist ja quasi “vor der Tür”). Dementsprechend verbringen wir immer mehr Sonntage auf dem schönen Sandy Hook von dem aus man an guten Tagen sogar bis nach New York gucken kann während einem die Wellen wegspülen.
Ansonsten gibt es immer mal wieder interessante Leute kennen zu lernen. Ob es nun Freunde in Jersey sind, die einen immer mal wieder einladen (egal ob nun auf einen Drink oder in das Haus in den Hamptons). Oder auch ein Drogendealer-Duo, das einem eine kostenlose Bootstour auf dem Hudson-River gegeben hat. Brasilianer, die ihren Hinterhof in NYC in eine BBQ-El-Dorado verwandeln. Oder schlichtweg Leute, die nur für ein paar Monate in New York sind und einen immer wieder dazu motivieren ebne doch nicht nur die eigenen 4 Wände zu begutachten.

Im großen und ganzen geht es mir also wirklich gut. Beruflich konnte ich meine Ziele hier zwar noch nicht erreichen, aber das fällt hier tatsächlich in den Bereich höhere Gewalt und ich versuche mir einzureden, dass das liebe fliegende Spaghettimonster sich schon etwas dabei gedacht haben wird.
Ich freue mich auf jeden Fall schon auf meinen 5 Tage-Urlaub in Miami und den Besuch (von teilen) meiner werten Familie. Inzwischen ist man ja fast schon ein bissel abgestumpft, was diese Stadt angeht. Ich glaube da tut es gut mal wieder ein paar Leute herumzuführen.

PS: Wie immer gilt: kommt doch auch mal vorbei. So unproblematisch findet ihr wohl keine Unterkunft mehr in New York City/Jersey City…




