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Broadway Experiences

Irgendwann hatte ich ja schon einmal gesagt, dass es ein paar Dinge gibt, die man in NY auf jeden Fall gemacht haben sollte. Dazu gehoert Zweifelsohne auch ein Besuch auf dem Broadway. Da aber ein einziger Besuch zu langweilig waere, hab ich mir innerhalb der letzten Wochen gleich 3 Vorstellungen angeguckt.


1. Memphis (Musical)

Memphis ist eins der neuesten Broadway-Musicals, kann sich jedoch schon einer recht grossen Beliebtheit erfreuen. Und das zu recht. Mein erster Versuch in eine Vorstellung zu gehen schlug leider fehl. Trotzdem bin ich 3 Tage spaeter mit einer Freundin aus Berlin dort gewesen. Die Plaetze die wir so kurzfristig bekommen haben waren nicht die Besten (ganz oben, ganz hinten), die Broadway Theater scheinen jedoch so gebaut worden zu sein, dass man tatsaechlich von allen Platzen aus die Buehne sehen kann. Ich konnte mich zumindest nicht ueber irgendwelche Koepfe in meinem Sichtfeld beschweren.6a00d8345212eb69e2011168c2b2b2970c-800wi
Das Musical erzaehlt die Geschichte der Erfindung des Rock’n'Roll. Um genau zu sein erzaehlt es die Geschichte eines memphisianischen Trunkenboldes namens Huey Calhoun, der sich fuer “schwarze” Musik begeistert (a.k.a. Rock’n'Roll), sich in den dunkleren Vierteln der Stadt rumtreibt und somit gegen die ungeschriebenen Gesetze der damaligen Zeit – soll heissen der 1950er Jahre – verstoesst. In einer Bar trifft er auf Felicia Farrell, der er verspricht sich um ihre Karriere zu kuemmern, wenn sie mit ihm ausgeht. Wie durch Zufall bekommt er einen Job als DJ in einem Radiosender und faengt an ihre Musik und die von anderen Afro-Amerikanern zu spielen. Lange Rede kurzer Sinn: Sie kommt gross raus… Das ersehnte Happy End bleibt jedoch trotzdem aus, da sie nach New York geht um den naechsten Schritt auf der Karriereleiter zu wagen, waehrend er Memphis nicht verlassen will bzw. kann… Alles sehr “Drama, Baby…!” aber durchaus nett anzuhoeren. Bei Musical kommt ja sonst immer die Assoziation mit WestSideStory auf und auch hatte zumindest an dem Abend keine Lust auf derart dick aufgetragene Klischees bzw. Adaptionen von Romeo & Julia…
Fuer alle, die mal in der Naehe sind: Das Musical ist sehr empfehlenswert und ich werde tatsaechlich mal schauen, ob ich nicht das Album dazu auftreiben kann.
Etwas kurios war dann lediglich der eher werbemaessige Aufruf zur Spende direkt nach der Vorstellung. Ich rechne ja hier ueberall mit Werbung, aber in einem Musical??? Ich kann vermutlich von Glueck reden, dass nicht zwischendurch die Vorstellung fuer eine Werbepause unterbrochen wurde, wie es ja zum Beispiel bei NBA Spielen ueblich ist… (Wirklich wahr: Die Schiedsrichter koennen da Auszeiten nehmen, damit die Werbebloecke untergebracht werden koennen… immer wenn du denkst es geht nicht bekloppter… U… S… A… ;) )

2. Phantom of the Opera (Musical)
Phantom Zu diesem Klassiker der Musical-Geschichte muss man vermutlich nicht mehr viel sagen. Nicht umsonst ist es mit seinen 10 Jahren das am laengsten gespielte Musical auf dem Broadway. Um so besser, dass wir so gute Karten bekommen haben. Ich frage mich immer noch, warum es in New York Leute gibt, die den vollen Preis fuer irgendetwas bezahlen. Die Seite www.nytix.com sei deshalb allen Besuchern ans Herz gelegt. Das Musical wiederum war wie erwartet richtig gut. Klar: man sollte Opern schon ein bisschen was abgewinnen koennen. Gluecklicherweise hab ich damit kein Problem… Naja, ich muss allerdings schon zugeben, dass mir die Gesangseinlagen der Diva “Carolotta” schon ziemlich auf die Nerven gingen. Allerdings sollen sie das ja auch. Von daher: Gut gemacht! ;)

Wie schon bei “Memphis” muss ich aber bemaengeln, dass die Bitte um Spenden am Ende der Vorstellung etwas deplaziert wirkte. Um ehrlich zu sein wirkte es noch deplazierter als zuvor. Wenn ein Phantom, das sich gerade noch hinter einer Maske versteckt hat ploetzlich aufhoert zu singen und in normaler Stimmte nach Spenden fragt, dann ist von der Wolke, auf der man gerade noch geschwebt hat, nicht mehr viel uebrig…
Trotzdem: Mir das ganze auch einmal live anzugucken und vor allem anzuhoeren hat sich wirklich gelohnt.

3. 39 Steps (Theater)
012008The_39_Steps Ein Krimi im Theater war auch fuer mich eine echte Premiere. Aber wenn es sich schon um einen echten Hitchcock-Klassiker handelt, dann kann man sich das ja schon einmal angucken. Das Stueck selbst war extrem kurzweilg und ich muss immer noch grinsen, wenn ich mich an die vielen Ideen erinnere die dort umgesetzt wurden um zum Beispiel Wind und Wetter darzustellen. Bemerkenswert auch die Faehigkeiten der Darsteller. Zu viert eine Szene darzustellen in der 6 Personen auf der Buehne stehen ist schon eine echte Leistung und fuehrt schon automatisch zu lustigen Situationen. Wenn sich dazu dann auch noch ein schottische Akzent hinzugesellt, schwingt das ganze schon ins kuriose…
Ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht mein letzte Theaterbesuch gewesen sein wird.

One Comment

  1. Jutta Niefeldt

    Mein Söhnchen bei der Erforschung der Theaterwelt – das kann mir ja nur gefallen! Weiter so!

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