Mr. Brooks

Oh, mein letzter Beitrag zum Thema Kinoleinwand ist schon wieder ein Weilchen her. Da bekommt man ja fast den Eindruck ich hätte keine Zeit mehr mir die cineastischen Produkte der Neuzeit anzugucken. Stimmt natürlich nicht. Allerdings muss ich zugeben, dass mich in letzter Zeit nicht besonders viele Filem vom Hocker gerissen haben. Filme wie “Die Legende von Beowolf” kann man sich zwar angucken, müssen aber im Grunde nicht weiter kommentiert werden. Zu Bully’s neuestem Werk “Lissi” hört man auch keine Spatzen von den Dächern pfeifen und dann wird’s auch schon wieder dünn mit den Filmen. Bei “Von Löwen und Lämmern” bin ich mir bis heute nicht sicher ob es ein Antikriegsfilm ist – die Widersprüchlichkeit des Umgangs mit dem Irakkrieg kommt im Grunde glaubhaft rüber. Aber der deplaziert wirkende Patriotismus am Ende holt einen doch wieder auf die gewohnte amerikanische “Muttererde” zurück. Was gibt es also derzeit an lohnenden Filmen?

Ich habe mir also “Mr. Brooks – Der Mörder in Dir” angeguckt in dem Kevin Costner mal nicht den mit dem Wolf Tanzenden, einen postapokalyptischen Postboten oder Kapitän, keinen Rettungsschwimmer, keinen Bodyguard, keinen Helden in Strumpfhosen, keinen Unbestechlichen, keinen Anwalt aus Dallas und auch keinen exzentrischen Golfprofi mimt, sondern einen schizophrenen Serienkiller spielt. Der Unterschied zu “A Beautifull Mind” ist, dass sich Earl Books sehrwohl im Klaren darüber ist, dass er krank ist. Man sieht, wie er versucht sich unter Kontrolle zu bekommen, weiß aber auch, dass er es auf Dauer niemals schaffen wird. Schauspielerisch macht sich Costner ganz gut. Was natürlich auch daran liegen kann, dass man als Psycho nicht besonders viel Mimik zeigen muss. Ein Vergleich mit “American Psycho 1″ hinkt zwar sicherlich an etlichen Ecken, aber gut gemacht ist der Film allemal.
Schließlich wurden auch einige Mittel genutzt um einem den Film schmackhaft zu machen:

  1. Demi Moore spielt die clevere Polizistin, die Mr. Brooks zwar nie auch nur ansatzweise gefährlich werden kann, aber trotzdem ihren Beitrag zur Story mitbringt.
  2. Brooks unterhällt sich öfters mit seinem Alter Ego Marshall (gespielt von William Hurt), während die umgebenden Personen davon nichts mitbekommen. – Ich steh auf solche Szenen. Einfach mal ausklinken und “sagen” was man denkt. Das kam bei früher “Parker Lewis” schon kultig und hat auch bei “High Fidelity” dafür gesorgt, dass man das Innenleben des Protagonisten sehr gut kannte.
  3. Es gibt ein paar überraschende Wendungen, die jedoch nicht vollkommen abwegig sind.
  4. Ein offenes Ende.

Mehr braucht es eigentlich nicht. Wer solche Filme also mag, der soll sich das ruhig einmal angucken. Hier schon mal der Trailer.

…und hier nochmal auf deutsch.

One Comment

  1. Steffen

    Sorry, diesmal kann ich irgendwie kaum mitreden, da ich den Großteil der Filme nicht kenne (Asche auf mein Haupt). Aber der Reihe nach:
    Beowulf: Werde ich mir definitiv nicht ansehen. Ich habe zu Hause eine kindgerechte Buchausgabe (logischerweise aus meiner Kinderzeit) sowie eine gute Ausgabe mit Originaltext, vernünftiger Übersetzung und Erläuterungen zu den kulturellen/geschichtlichen/sonstigen Hintergründen. Da dürfte der Film kaum gegen ankommen.
    Lissi: Der gesamte Ulk in der Bully-Serie basierte schliesslich darauf, dass Bully Sissi selbst gespielt hat. Als Trickfilm geht das alles verloren. Hätt er mal einen Realfilm gemacht (schließlich leben ja alle Darsteller aus der Bully-Serie noch)…SISSI…FRANZL…
    Was mir gerade auffällt: Ich habe anscheinend noch nie einen Kevin-Costner-Film gesehen ! Ich kenne zwar die ganzen oben aufgeführten Titel, aber so richtig von Anfang bis Ende gesehen ? NEIN !!!

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