Kein Regel ohne Ausnahme

Okay, ich gebe zu: Ich konnte nicht wiederstehen. Eben noch schwor ich mir, keine weitere Fortsetzung eines sogenannten Horrorfilms oder Thrillers anzugucken. Schließlich werden diese wie jede andere Fortsetzung nur aus finanziellen Motiven heraus gedreht und außerdem sind Fortsetzungen von Schockern im Grunde immer schlechter als das Original. Nun hab ich mir jedoch “28 weeks later” angeguckt und muss überrascht feststellen, dass den Machern (wie man neudeutsch sagt) ein recht gutes oder zumindest unterhaltsames Stück gelungen ist.

Allerdings war ja der erste Teil “28 days later” eh nicht der absolute überflieger. Die mussten sich also schon was einfallen lassen. Und das haben sie auch. Irgendwie ist es ihnen gelungen, eine gelungene Überleitung der beiden Teile hinzukriegen ohne dabei in das gleiche Horn zu blasen.
Die Minuspunkte bei Teil 1 waren meiner Meinung nach: Die viele Characktere mit denen man sich nicht richtig identifizieren konnte, da sie nie richtig eingeführt sondern schlichtweg in die Handlung reingeworfen wurden. Kein klar erkennbarer Spannungsbogen (eigentlich war es ein einziges Um-sein-Leben-rennen). Außerdem kam noch die deplaziert wirkende philosophische Frage hinzu, ab wann Menschen zu Tieren werden (?) Vor oder nachdem sie mit dem Virus infiziert wurden? Positiv zu werten war allerdings der vergleichsweise hohe Realitätsgrad… …Naja, außer die Zombies natürlich.
Teil 2 bedient sich da an den derzeit bewährten Grundzutaten:

  • 2 Teile Schnulz (“Oh mein Gott, Mum lebt noch! Ich wußte es!”)
  • 3 Teile Militärequipment (Kampfhubschrauber, Napalm und tapfere GIs als Scharfschützen)
  • 5 Teile subtiler Anspielungen auf Terrorgefahren (Great Britain ist leergefegt, brennende Hochhäuser, Einsatz von chemischen Waffen usw.)
  • 1 großes Stück Märtyrertum
  • zum Schluss ein kräftiger Schuss Blut
  • gespickt mit einer Prise Fremdschämen (“Wie kann man so dämlich sein und das-und-das machen?”)
Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, wurde auch noch eine bereits aus “Das Schweigen der Lämmer” bekannte Nachtsichtgerät-Szene adaptiert und das Ende so gestaltet, dass sich der Zuschauer die schlimmsten Horrorszenarien selbst ausmalen darf. Das Ergebnis ist ein Streifen, der bei weitem nicht den Innovationsgrad des Vorgängers hat (Wie auch, bei einem 2ten Teil?) aber dennoch zu unterhalten weiß. Zwischenzeitlich hat man jedoch den Eindruck in Resident Evil 3 festzustecken – nur eben ohne Mila Jovovich. Was ich jedoch wieder einmal beeindruckend fand, ist, dass Sie es geschafft haben Aufnahmen von London zu bekommen, in der es kein Leben auf den Straßen gibt. Im Ersten Teil wurden diese Aufnahmen extra in den frühen Morgenstunden und in unbekannten Stadtbezirken gedreht. Diesmal hat man jedoch die Londoner Innenstadt im Blick. – RESPEKT

In Summe ist dieser Teil in die Kategorie Blockbuster einzuordnen, auch wenn ich ihn nicht für eine 20:15-Uhr-Vorstellung vorschlagen würde.

2 Comments

  1. Es soll bald der 2. teil von 300 gedreht werden,
    die Hauptrolle soll Chuck Norris bekommen.
    vorläufiger Arbeitstitel: 1

  2. Der macht die Perser dann mit einem Roundhouse-Kick fertig. Die restlichen 89 Minuten sind dann Wiederholung… :D

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