Was macht man als Single in München, um diesem unsagbaren Dasein zu entkommen? Ganz einfach: Mann/Frau geht Shoppen. Das rät einem zumindest der neueste deutsche Film in den hiesigen Kinos. Shoppen? Am Wühltisch den passenden Partner finden? Nee nee, so ist das nicht gemeint. Mit Shoppen ist vielmehr das Verhalten beim Speed-Dating gemeint, das dieser Film beschreibt.
Verschiedene, teils verrückte Leute treffen sich, um mal den Partner fürs Leben, mal einen schnellen Zeitvertreib oder schlichtweg Kontakt zu suchen. Dabei wird in dem Film nicht davor zurückgeschreckt, Klischees auszugraben. Da steht die blasse “Von-und-zu” vor dem versessenen Ökofreak, der lieber kilometerweit durch die Wiesen stampft als in ein Taxi muss Dieselrußpartikelfilter zu steigen. Da sitzt die gut aussehende Jogalehrerin aka Veganerin vor dem zugereisten Fleischberg aus Bad Irgendwo (Zitat: wenn du Überraschungen erleben willst, musst du das Dorf verlassen. Und wenn du angenehme Überraschungen suchst lässt du den Landkreis am besten auch gleich hinter dir.).Ein besonderes Schmankerl ist natürlich der original Münchener Casanovaverschnitt, der die Weisheit mit Löffeln verschlungen hat und nun die Damenwelt an seinem Genie teilhaben lassen will, ja MUSS. Eine aus medizinischer Sicht unglaubliche Laune der Natur (Reden ohne Einzuatmen) und der Controller mit Klemmbrett und Fragebogen runden das Bild ab.
Insgesamt ein sehr kurzweiliger Film, der von seinen lustigen Dialogen, dem hohen Tempo und den abwechslungsreichen Charakteren lebt. Die einzige Frage bleibt: Was sucht eine Veganerin an der Käsetheke? Trotzdem: Eine Empfehlung von mir. Kann man sich angucken.