Sölden

Es ist endlich soweit. Nun sitze ich in der Bahn ins Ötztal und bin noch immer erstaunt, dass man für unter 100,- Euro mit der bahn reisen kann und dabei weiter als bis zur Bahnhofs ausfahrt kommt. Na gut. Hab auch ein Winter-Spezial erwischt, das zum regulären Preis das 4-fache gekostet hätte. So sitze ich nun meine 9 Stunden Inter City ohne Bewährung ab und freue mich auf den hoffentlich vorhandenen Schnee und meine Reisegefährten.

Die Highlights einer solchen Bahnfahrt bestehen ja für gewöhnlich aus 3 Punkten:
1. Das Einsteigen:
Wo sitze ich? Welcher Wagon? Alles gute Fragen, die in einem in Köln einfahrenden zug nicht sofort beantwortet werden können. Irgendein Scherzkeks meinte nämlich, dass ein in Bahnhof einfahrender Zug keinen Strom benötigt. Im Zeitalter digitaler Anzeigetafeln ist das natürlich ein gelungener Start.

Zweiter Meilenstein: Wer sitzt neben einem?
Hier kann einen nun wirklich alles treffen. Von kuschelbedürftigen Alkoholikern über komplette Seniorenheime bis hin zu Kleinkindern, die gerade dabei sind alles um sich rum zu erforschen und lautstark mit einem Brabbelschwall zu kommentieren. Mich traf es allerdings nicht so hart. Ein Typ um die 23, in Begleitung seiner Mutter, die ihn ständig davon abhielt sein Manga zu lesen, Playstation Portable zu spielen oder Musik zu hören. Obwohl ich nicht der große Analysator bin, fand ich es schön zu sehen, wie sie sich immer wieder um ein Gespräch bemühte und ein aufs andere mal mit einem kurzen Satz abgespeißt wurde bevor er sich wieder seiner Welt zuwandte. Bin ich der Einzige, der solche Situationen kennt?
Letzter erwähnenswerte Punkt auf einer Fahrt ist die Fahrt selbst.
Ich, als sagen wir mal Geographieunterrichtdesserteur, hab natürlich so gut wie keine Ahnung wo sich diverse Städte in Deutschland befinden. Da kann so ein InterCity ein paar Bildungslücken schließen… Und ich muss sagen: es gibt schon ein paar nette Ecken auf dem Weg gen Söden. Da wird bei Gelegenheit mal ein Ausflug in diverse Weinanbaugebiete fällig sein.

BREAK

Nun ist der Urlaub auch schon wieder vorbei. 7 Tage Snowboard bei bestem Wetter. Was will man mehr? Haarklein zu erzählen wie sich der Wintersport in Sölden gestaltet, macht jetzt vermutlich wenig Sinn. Die Fotos sprechen vermutlich eh für sich. Tatsächlich hätten wir es kaum besser treffen können. 2 Tage mit Neuschnee und anschließender Sonnenschein. Wenn man dann noch ein Snowboard dabei hat, von dem man eh schon weiß, dass es keine weitere Saison mitmachen wird, kann man auch eine etwas steinreichere Strecke getrost auf sich zukommen lassen. Viel gefährlicher als eine schwarze Piste sind ja bekanntlich die Skifahrer. Nun hör ich schon den Aufschrei: Typisch Snowboarder! 2-Klassen-Beschwörer! etc. pp . Tatsächlich habe ich sogr eine einläuchtende Erklärung. Skifahren zu lernen dauert einfach länger als selbiges mit nur einem Brett. Gleichzeitig sind Carver immer noch ein Stück weit beliebter. Das bringt es dummerweise mit sich, dass jede x-beliebige Stelle mit Ski-Newbies gepflastert ist, von denen es manche gerade mal schaffen im Schneepflug die Piste zu bewältigen. Beim Snowboarder ist die Lernkurve dagegen wesentlich steiler. Entweder er kann’s nicht und liegt die ganze Zeit im Schnee oder er kriegt’s hin.

Sollte ich mal wieder auf Carver umsteigen, werde ich das gleiche natürlich auch von den bösen, inkompetenten Snowboardern behaupten ;o)

Die Rückfahrt verlief auch recht entspannend. Allerdings kann das nicht von dem Weg ab Köln-Hauptbahnhof behaubtet werden. Vollgeladen mit Gepäck von einer Woche findet man sich plötzlich neben Gevater Tod samt Sense und komplett blau getünchten Schlümpfen. wieder. Das Hintergrundrauschen bildet ein angetrunkener Mob aus Alaaf schreienden Aliens. Die rheinische Fröhlichkeit kennt kein Pardon….

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