Wieder ein Jahr geschafft…

Stellt sich nur die Frage, was man davon hat? Bis zum nächsten Millenium ist es noch ein Weilchen hin – es herrscht also verhältnismäßig wenig Weltuntergangsstimmung. Eine neue Währung bekommen wir auch nicht – die drei bisherigen Währungen sind ja auch erstmal genug. Letztendlich wäre da noch die 3% Umsatzsteuererhöhung. Aber davon hat man ja auch nicht wirklich was (eher weniger). Bleibt also das übliche: einfach die freie Zeit genießen.

Es ist doch gut zu wissen, dass man auch etwas erleben kann, wenn man nicht gerade am Arbeiten ist. So kam ich gestern in den Genuss eines Konzerts von Brother John & Sister Chain. Wer das ist? Keine Ahnung. Eigentlich hab ich mich nur mit ein paar Freunden im “Kaffee Burger” treffen wollen. Der Zufall wollte es aber, dass besagtes Duett einen Auftritt hatte. Beim Barmann nach der Musikrichtung gefragt bekamen wir ein Minimal Rock an den Kopf geworfen. Da ich nun nicht regelmäßig das Uncle Sallys Magazin lese, sagte mir das naturlich gornix. Das ist naturlich kein Grund das Konzert zu ignorieren und so betraten wir den Raum. Die beiden Akteure erinnerten ein bisschen an die White Stripes nur mit dem Unterschied, dass das Schlagzeug fehlte (deshalb also Minimal Rock). Während Sister Chain einen kleinen Cranberries-Tick zu haben schien (zumindest überschlug sich ihre Stimme so oft, dass man manchmal nicht mehr wusste, ob das nun noch brachialer Gesang oder doch bloß Geräuschübertragung sein mochte) erinnerte mich der E-Gitarre spielende Gegenpart etwas an Dr. Nigel Townsend aus Crossing Jordan.

Lustig war’s auf jeden Fall trotzdem. Nicht zuletzt, weil die Tanzfläche mit allerlei Kuriositäten gesegnet war. Lange Rede kurzer Sinn: Ein gelungener Abend, den man wohl unter den Berliner Eigenheiten abheften kann. Zumindest wage ich zu bezweifeln, dass man einen solchen Laden in Köln finden würde (lasse mich aber gerne eines besseren belehren).

Am nächsten Tag gings in die Schwalbe. Diese Kickerbar hat sich unter anderem auf die Fahnen geschrieben, dem 1. FC Köln zu huldigen. Passend dazu konnte man sich auch ein Kölsch zapfen lassen… Hatte ja so lange kein’s mehr.

Auf jeden Fall kamen einige Ex-Kommilitonen vorbei. Ist interessant zu sehen, wie es denen ergangen ist und es tut gut zu sehen, dass es im wesentlichen überall gut läuft. Mit dem Tischkickern lief es dagegen nicht so gut, da wir offensichtlich in eine Geburtstagsfeier geplatzt sind und nur ein einziger Tisch zur Verfügung stand. Macht aber nix. Hatten ja genug zu erzählen.

Übrigens habe ich inzwischen auch mein Bild von Vectorian bekommen und verfüge nun offiziell über ein Unikat/Andenken gespickt mit vielen kleinen Details. Gemeinerweise passt das gute Stück farblich perfekt zum neuen Anstrich meiner alten Berliner Küche. Das wird mich aber nicht davon abhalten mein einziges (schizophrenerweise selbst bezahltes) Weihnachtsgeschenk zu behalten. Muss jetzt nur mal schauen, wo der beste Platz wäre.
Die Abende bis zum Neujahrsabend lies ich dann etwas ruhiger angehen. Im Klartext heißt das: DVD-Abend. Vor einem Jahr hab ich die Vorschau zu Tsotsi in nem südafrikanischen Kino gesehen. Irgendwie hab ich’s aber nie ins Kino geschafft. Vorgestern war es dann also soweit. Leider blieb der Film etwas hinter meinen Erwartungen zurück. Zwar kommt einem ein Schmunzeln über die Lippen wenn man ein paar südafrikanische Details wieder erkennt. Die Story selbst wahr aber so vorhersehbar, dass ich den Oscar für den besten fremdsprachigen Film 2005 nicht unbedingt vergeben hätte.

Den Silvesterabend verbrachte ich mit ein paar Freunden irgendwo in der Boxhagener Straße. Das Feuerwerk haben wir dann auf ner Brücke in der Nähe bewundert. Das lustige an Silvester ist ja immer, dass einem alles mögliche durch den Kopf geht. Zugegeben: Bei denjenigen, die nicht wissen wann mit dem Trinken genug ist, ist das meist etwas verdautes. Andere wundern sich, warum sich immer wieder verrückte Leute mit Auto auf die Straße trauen und sich dann ärgern, wenn sie einen Böller abbekommen. Zum 1.Mai lass ich mein Auto doch auch nicht in Berlin stehen. Ich selbst hatte schonmal angefangen einen halbwegs ernst gemeinten guten vorsatz umzusetzen: Weniger Geld zum Fenster raus werfen. Folglich hab ich auf sämtliche Sprengfallen verzichtet. Polnischer Industriesprengstoff kann zwar bestimmt nen tollen Knall hinterlassen, aber bevor ich mich da ran wage müssen die noch billiger werden (wer Ironie findet darf sie behalten).

Von diesem einen guten Vorsatz einmal abgesehen bin ich der Meinung, dass es gerade nach diesem recht spärlichen Weihnachtsfest nur gerecht ist ein paar Wünsche fürs neue Jahr zu äußern.

Hier also meine Top-10-Wünsche:

  1. Mehr Zeit zum Reisen!
  2. Weiterhin so nette Kölner Fahrkartenkontrolleure, die einen Bogen um mich machen!
  3. Deutlichere Aussprache auf meiner Seite… nö, mehr Verständnis bei meinen Gesprächspartnern!!!! ;o))
  4. Nochmal ne WM in Deutschland (diesmal ohne Italien)!
  5. Ein Lottogewinn von mehr als 2,50 � !
  6. Mehr Links in meinen Posts!
  7. Vollständige Akzeptanz von Denglish als Alternative zu Esperanto!
  8. Das Patent zur kabellosen Stromübertragung!
  9. Weltweite Ächtung von Klingeltönen!
  10. Hochschulabschluss für alle Berliner Gangster-Rapper!

Sonst noch Vorschläge?

2 Comments

  1. Hi Janek,

    ich wünsch Dir auch alles Gute zum neuen Jahr. Viel Erfolg mit Deiner Arbeit und auch privat gutes Gelingen. Sag Bescheid, wenn Du wieder mal in Berlin bist (ich weiss, Du möchtest kein Geld verschwenden), dann können wir es wieder einmal in der Schwalbe versuchen!

    Und Köln schau ich mir auch gern noch einmal an, wenn es wieder etwas wärmer und grüner draussen geworden ist! Versprochen.

    Wünsch Dir noch einen schicken Start und mach et jut!

    Robert

  2. hey,

    schön das es dir gefällt. War mir eine freude, auch wenn es etwas länger als erwartet gedauert hat.

    bis bald

    vectorian :-)

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