“Mary Poppins lebt!” oder “Ich kaufe ein Q!”

“Mary Poppins lebt!” oder “Ich kaufe ein Q!”

Dass Kyrill sein Unwesen in meiner Wahlheimat Köln treiben würde, wurde einem durch die Meteorolügen ja rechtzeitig angekündigt. Allerdings hab ich ein vermutlich typisch männliches Talent dafür die Naturgewalten zu unterschätze bzw. zu ignorieren. Andere schaffen es allerdings, dem ganzen noch eine Krone aufzusetzten.

Ich fang aber lieber vorne an. Aus bereits genannten Gründen (und weil ich zu faul bin) besitze ich keinen Regenschirm. Solange noch mehr als die Hälfte aller Tage pro jahr regenfrei bleiben, wird sich das vermutlich auch nicht ändern. Ich will schließlich nicht einen auf Schirm, Charme und Melone machen, sondern möglichst schnell irgendwo ankommen. Außerdem ist mir so ein Schirm zu sperrig. An einem Tag an dem ein Orkan über Deutschland fegt, ist das sogar noch unsinniger. Solange das Drahtgestellt nicht aus Adamantium gefertigt ist würde der handelsübliche Knirps eh den Geist aufgeben. Die Gefahr � la Mary Poppins davon zu fliegen sehe ich entgegen der landläufigen Meinung allerdings nicht… Bis heute. Der Schirm muss eben nur groß genug sein. Gut 10 Minuten durfte ich hinter einem Regenschutz hinterher laufen, der zu recht als kollosal bezeichnet werden könnte.

Was aus der Dame am Nachmittag auf dem Heimweh geworden ist, weiß ich leider nicht. Die öffentlichen Verkehrsmittel in NRW waren nämlich stillgelegt und der Fernverkehr in ganz Deutschland stand still. Für mich besonders fatal, da ich doch ausschließlich mit der Regionalbahn nach Hürth komme. Glücklicherweise gibt’s aber nette Kunden, die einen nach Hause fahren und einem so das Gemetzel am Kölner Hauptbahnhof ersparen. Selbiges konnte man nämlich Live im TV bestaunen. Da wird geschubst, gedrängelt, geschlagen und letztendlich vermutlich auch am Bahnhof geschlafen. Schön das ganze aus der Entfernung zu sehen.

Aber so ein Orkan hat auch was faszinierendes. Nicht genug, dass Kyrill schon mit einem beachtliche langem Wikipedia-Eintrag aufwarten kann. Auch die Namensgebung hat seine Reize. Damit meine ich jetzt nicht die pseudofeministische Streit (Frauen- oder Männernamen für Hoch- und Tiefdruckgebiete) sondern die offensichtlich vollständige Vermarktung der sprichwörtlichen heißen Luft. Wie man bei der FU-Berlin erfahren kann, werden die Zyklone & Co nicht nur alphabetisch sortiert sondern auch verkauft. Sowas nennt sich dann Patenschaft und kann unter anderem offiziell für 199,-� erstanden werden (Anmeldeformular hier). Eine andere vermutlich etwas günstigere Variante ist es bei eBay sein Glück zu versuchen. Wenn sich ein Sponsor findet wäre ich dafür das nächste noch freie Tiefdruckgebiet “Quarktasche” zu nennen. Das entspricht zwar nicht ganz den Richtlinien wonach der Name ein geläufiger Vorname sein soll. Dafür besticht er aber durch zeitlose Schönheit und einer Prise Puderzucker.


Wenn also mal wieder ein Jubiläum ansteht und einem nichts anständiges einfällt, tut es vielleicht auch ein kleines Tiefdruckgebiet. Ich persönlich halte ein Hochdruckgebiet mit Schleife drum natürlich für passender. Außerdem läuft man dann nicht Gefahr die Patenschaft für eine mittlere Naturkatastrophe zu ersteigern. Es ist auf jeden Fall fraglich ob sich die Investition für Nadja, Boris und Rumen gelohnt hat. Obwohl sich der ideele Wert vermutlich eh nur schlecht berechnen läßt.

Leave a Reply

2 + 9 ?