Bis jetzt habe ich ja immer noch so meine Probleme mich in Köln einzuleben. Das liegt vor allem daran, dass ich hier noch niemanden kenne und sich auch nur wenig Gelegenheiten bieten Kontakte zu knüpfen. Gott sei dank gibt es aber immer mal ein paar nette Menschen, die mich hier besuchen kommen und so dafür sorgen, dass mir 1. nicht die Decke auf den Kopf fällt und ich 2. Köln etwas besser kennen lernen kann.
So geschehen am letzten Wochenende. Mein guter Freund und Ex-Kommilitone Mistarix kam mich besuchen. Am Freitag starteten wir mit einer kleinen Tour durch die Kölner Altstadt und endeten nach einem Zwischenstopp in einer Kneipe mit Massage-Service (tolle Erfindung) in einem Irish-Pub inklusive Live-Band. Alles in allem ein netter Abend und eine guter Anfang um ins Wochenende zu starten.
Am Samstag war dann Touriprogramm angesagt. Was das in Köln bedeutet ist ja wohl klar. Im Grunde gibt es hier ja nur zwei Dinge zu sehen. (Wer sich an dem Statement stört, schreibt ein Kommentar ;o)) Den Kölner Dom und den das Schokoladenmuseum. Welches davon das sehenswerteste ist steht vermutlich außer Frage. Das riechenswerteste ist auf jeden Fall das Schokoladenmuseum in dem paradiesgleich warme Schokolade aus einem Brunnen fließt. Der permanente Kakao-Geruch sorgt dafür, dass man schon beim Einatmen den halben Kalorien-Tagesbedarf abgedeckt hat und riesige Weihnachtsmänner/-frauen sorgen dafür, dass einem der Zahn tropft. Bevor wir dorthin gehen konnten musste aber der obligatorische Besuch im Dom für den Alibi-Kulturanteil herhalten. Die 509 Stufen nach oben absolvierten wir im… naja, sagen wir mal gemäßigtem Galopp und konnten anschließend nicht nur die Aussicht auf den Rhein sondern auch die Unterschriften diverser Touristen ausmachen, die vermuten lassen, dass das Schutzgitter erst gegen 1994 angebracht wurde. Davon abgesehen Fasziniert der Dom durch einige schicke Bilder und üppig verziehrte Glasfenster. Bei genauerem Hinsehen fand ich es dann aber überraschend, dass die Motive der scheinbar historische Gemälde ziemlich aktuell zu sein schien. Zumindest kann ich mir sonst nicht erklären, warum sich bei einem Fenster die Sonnenstrahlen durch die detaillierte Darstellung des Saturn zwängten. Auf einem anderen Bild war der Erdball dargestellt (wohlgemerkt: Erdball) der unter anderem den Südpool zeigte. Ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass das den Horizont eines mittelalterlichen Malers klar übersteigen würde. Fazit: Alles nur Fassade.Gänzlich ohne Fassade kam dagegen dieser Zeitgenosse aus, der offensichtlich als eine Art Botschafter jeden begrüßen soll der sich über die Rheinbrücke Richtung Dom begibt.
Da fällt einem dann auch nix mehr ein. Aber da rosa ja bekannntlich das neue schwarz ist, sollte das alles kein Problem sein.
Hi Janek,
na klingt doch alles gar nicht mal so schlecht. Ich hätte zwar noch nicht mal die Zeit, über mein Leben zu berichten
) , aber wenn die Abende in Köln halt so langweilig/einsam sind…
Ansonsten: Der Dom wurde zwar bereits im Mittelalter angefangen, ist aber erst ca. 1850-60 fertiggestellt worden (netterweise von den Preußen, die sich damit in ihren neuerworbenen Rheinprovinzen anbiedern wollten). Das dürfte die Fenster-Gestaltung erklären.
Besten Gruß aus der Heimat
Steffen
Tja, so kann ich zumindest immer sagen, dass ich alles rauslasse, falls sich mal jemand beschwert, dass ich mich nicht melde.
Dass die Preußen das gute Stück beendet haben wird die rheinländer natürlich ärgern. Aber vermutlich wollten sie den Dom ursprünglich noch größer machen. Waren dann aber bockig und haben es sich doch anders überlegt.
Weitere Theorien sind herzlich Willkommen.
Aber schön mal was von dir zu hören. Beste Grüße zurück.