Diplomball

Letztes Wochenende fand im Estrel Convention Center Berlin der Diplomball des Berufsakademiejahrgang 2003 statt. Im Klartext: Wenn ich jetzt auch noch ein Zeugnis bekommen würde, wäre mein Studium entgültig vorbei. Ich bin aber ganz optimistisch, dass das kein Problem mehr werden sollte… wär ja auch noch schöner.

Bevor sich unser Jahrgang nun entgültig dem harten Arbeitsalltag widmet, durften wir (und das waren laut einem Angestellten immerhin ca. 690 Leute inklusive Anhängsel und Familie) das gefüllt Abendprogramm genießen.

Dieses war angereichert mit einer Rede unseres… äh, keine Ahnung, wie jetzt der offizielle Titel von DJ Rumpel ist. Er hat sich auf jeden Fall nach Kräften bemüht uns nicht nur alles Gute zu wünschen, sondern auch soziale Verantwortung einzubläuen. Dabei ist es ihm gelungen von Shareholdern über Stakeholder hin zu Rinderfilets und anschließend wieder zurück zu und Studenten zu kommen. Wenn das nicht eine rethorische Glanzleistung war weiß ich’s auch nicht.

Ein weiterer Programmpunkt waren der Tanzauftritt von Philipp Giersch (14) und Francesca Laue (15). Die beiden sind wohl nicht ganz unbekannte Juniorentänzer und gaben eine Kostprobe ihrer Kunst zum besten. War auf jeden Fall nett anzuschauen und wurde durch einen weiteren Faktor zusätzlich aufgewertet. Wann immer die beiden Auftraten musste der “Commedian”, der uns durch’s Programm leitete die Klappe halten. Ein wahre Wohltat für Geist und Körper also.

Besagter Commedian brachte es fertig bereits in den ersten 5 Sekunden dafür zu sorgen, dass niemand über ihn lachen wird. Wie man das schafft? Hier eine Liste der absoluten faux pas der Unterhaltungsbranchen.

  1. Beginne einen Auftritt indem man laut schreiend auf sich aufmerksam macht!
  2. Lege zur Auflockerung eine Tanzeinlage ein, die in einer Art epileptischen Anfall endet!
  3. Beginne deine Show mit einer Aufzählung an Krankheiten unter denen du angeblich leidest! (Hautkrankheiten bevorzugt)
  4. Fahre mit einer Aufzählung von Medikamenten fort, mit denen du diesen Krankheiten begegnen willst! (Eigenurintherapie ist kurz vor der Buffet-Eröffnung ein echter Lacher.)
  5. Weise immer wieder darauf hin, dass du eigentlich total bekannt bist und das Puplikum dankbar sein müßte, dass du Zeit für diesen Pöbel gefunden hast.
  6. Mache Witze über einen den Akademischen Grad ohne zu wissen, dass alle Anwesenden den gleichen (offiziellen) Abschluss erworben haben.

Naja, irgendwann hat Rüdiger Rudolph dann begriffen, dass er bei uns keinen Blumentopf mit einer Show dieses Niveaus gewinnen wird. Wer sich weiter über den Knaben informieren will, kann sich ja auf seiner Homepage umgucken. Da ich das Ranking seiner Seite jedoch nicht durch eine direkte Verlinkung aufwerten will, muss ich euch den Umweg über Google aufzwingen. Ein kleiner Auszug aus seiner Seite sollte reichen um sich einen Eindruck zu verschaffen:

Rüdiger Rudolph ist der selbsternannte Bad Boy der Berliner Comedyszene. Aus gutem Grund selbstverliebt tourt er seit einem Jahr über Deutschlands Comedybühnen , eine Spur von zertrümmerten Hotelzimmern und Vaterschaftsklagen hinter sich her ziehend. Seine überaus erfolgreiche Tour mit dem Titel “Arbeitslose ficken besser” wurde nun vor kurzem auf Druck von Amnesty International wegen inhumaner Mitmachnummern abgebrochen.

Er beschränkte sich schließlich auf das Ansagen der nächsten offiziellen Parts. Irgendjemand da oben hatte wohl erbarmen mit uns…

Letztendlich war es aber trotzdem ein toller Abend an dem wir uns über ein leckeres Buffet hermachen und noch einmal eine letzte Uniparty feiern konnten, die jedoch viel zu früh endete.

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