Nanu, ein Blick auf die eigene Homepage und schon krieg ich mit, dass ich mich ja seit ewigen Tagen nicht zu Wort gemeldet habe. Dabei gibt es doch bestimmt was zu erzählen.
Einmal kurz zurück geblättert und schon fällt mir was ein:
1. Diplomklausuren
2. Mitbewohner/Untermieter
3. Jobsuche
4. Weltmeisterschaft und die Nebenwirkungen
Daraus müßte sich doch ein Artikel zusammen schustern lassen. Na dann mal los…
1. Diplomklausuren:
Jaaa, geschafft! Nachdem ich mir ja schon einige Sorgen gemacht hatte, ob ich nicht früher mit dem Lernen hätte anfangen sollen, ist das ganze nun entgültig überstanden. Dabei musste man ja neben dem Lernen auch noch der Nationalmannschaft zujubeln. Ende des Lieds: Nach 17:00 Uhr war an Lernen nicht mehr zu denken. Wie dem auch sei. Die Klausuren hatten Stellenweise sicherlich ihre kleinen Tücken, waren im großen und ganze aber alle zu schaffen. lediglich meine aus der Übung gekommene Handschrift bereitete mir etwas Schwierigkeiten. Wenn ich gerade mal auf 4 Seiten komme und andere komplette 6 Blätter vollschreiben wird es schwer sich einzureden, dass Qualität wesentlich mehr wert ist als Quantität.
Das machte sich zum Beispiel bei unsere Unternehmensführungsklausur bemerkbar, Die sollte jedoch noch aus einem anderen Grund erwähnt werden. Durch diese Klausur habe ich nämlich meinen Frieden mit dem Lernen und gleichzeitigem Fußball gucken gemacht. Beides schließt sich nämlich nicht gegenseitig aus. Besagt Klausur drehte sich nämlich um den Paradigmenwechsel und die strategische Neuausrichtung des deutschen Fußballbundes im Zeichen der Fußballweltmeisterschaft. im Nachhinein kann ich also sagen, dass ich mich STUNDEN… Ach, was red ich? …TAGElang auf diese Klausur vorbereitet habe. Na, wenn das kein gutes Gefühl ist…
2. Mitbewohner/Untermieter:
Als mein Bruder sich vor fast einem Jahr ins ferne Australien begeben hat, hab ich mich ja zuerst darauf gefreut die komplette Wohnung für mich alleine zu haben. Die… naja, sagen wir mal: finanziellen Gegebenheiten nach Südafrika haben mich dann allerdings zu der Erkenntnis geführt, dass ich mir die Miete alleine nicht leisten kann, ohne meinen Lebensstil einzuschränken. Da das natürlich überhaupt nicht in Frage kommt, musste also ein Untermieter her. Nach einigen Bewerbern ist es dann letztendlich Charlotte aus Lyon geworden, die zukünftig mein Zimmer bewohnen sollte.
Lange wird es jedoch jetzt nicht mehr dauern und ich bin wieder alleine in meinen 4 Wänden und kann auch wieder den Balkon benutzen, der gerade bei dem zur Zeit herrschenden Wetter bares Gold wert ist. Am 14. August wird schließlich auch mein Brüderchen zurückkehren und ich muss/darf zurück in mein eigenes Zimmer… Zeit dass ich eine eigene Wohnung bekomme.
3. Jobsuche:
Dieses leidige Thema musste ja zwischenzeitlich angepackt werden. Erste Idee war natürlich: Übernahme bei DaimlerChrysler Financial Services. Da sich da jedoch (zeitlich recht ungünstig) das “New-Management-Model” dazwischen schob, musste ich mich / wir uns andersweitig umgucken. Aus diesem Grund (und aus Interesse) ging es letztendlich auf diverse Messen. Um genau zu sein waren es nicht unendlich viele, sondern nur 2. Nummer 1 war die Cebit, die abgesehen von horrenden Kosten auf meiner Seite eher hinter den Erwartungen zurück blieb. Die großen Revolutionen werden da eben auch nicht mehr vorgestellt und was die Jobsuche angeht, so die Cebit zwar durchaus das richtige Terrain, jedoch nicht das optimalste.
Ganz anders war es wiederum bei der Connecticum (ihres Zeichens “Jobmesse”). Viele viele Firmen, mit unterschiedlichsten Berufen gaben sich in der FHTW die klinke in die Hand. Mit ein paar Lebensläufen bewaffnet machte ich mich also auf die Suche und siehe da es scheint geklappt zu haben. Zumindet habe ich einige Vorstellungsgespräche rausschlagen können und freue mich schon jetzt auf die hoffentlich zahlreichen Zusagen. Ein wenig unruhig ist man natürlich trotzdem, der Leitsatz, dass Arbeitslosigkeit unter Akademikern eigentlich ein Fremdwort ist, stimmt einen zwar positiv, aber nachgeworfen bekommt man die Jobs ja nun auch nicht.
4. Weltmeisterschaft und die Nebenwirkungen:
Selbst nach dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft bricht die Stimmung nicht ein und so bleiben die Fähnchen sogar noch einige Wochen nach dem Finale an den Autos, bis die frische Alltagsluft auf den Schnellstraßen auch die letzten Spuren eines großartigen Fußballmonats weggeweht hat. Was bleibt sind einige tolle Erinnerungen, ein hoffentlich noch weiter anhaltendes Selbstwertgefühl der Deutschen und ein neues Image im Ausland. Sogar die sonst so kritischen Britten konnten sich in der Presse das ein oder andere nette Wort abringen und lobten den deutschen Fußballfanatismus, der gepaart mit der Pünktlichkeit und Ordnungsliebe eine perfekte Organisation ergab. Paradebeispiel: Bis in die frühen Morgenstunden fuhren die Autokorsos mit Fahnen bewaffnet über den Ku’damm. Als sie weg waren gingen sofort die Aufräumarbeiten los und so konnte nach einer Stunde wieder der komplette Verkehr rollen. Organisatorisch sind die Veranstalter regelrecht über sich hinaus gewachsen und haben entgegen jeder Gewohnheit flexibel auf den Mangel an Großbildleinwänden am Brandenburger Tor reagiert. Wenn es doch nur immer WM wäre….