Krugerpark

Und wieder ist ein richtiges Touristen-Wochenende vorbei. Während ich in Berlin eine berühmt berüchtigte Geburtstagsparty verpasst habe (@Marcus: gute Besserung), kann ich doch zumindest behaupten, dass ich im Kruger Nationalpark gewesen bin. Schon wieder ein Nationalpark? Mit dem “Smart for Four”? Natürlich nicht! Hab mich diesmal im “for Two” von Christian breit gemacht. Aus der Presse haben wir ja erfahren, dass die Löwen dieses Auto besonders mögen. Wenn es dazu noch ein Cabrio mit Stoffdach ist, kann das sehr lustig werden. Wie immer aber eins nach dem anderen.

Unsere Abfahrt begann pünktlich um 17:10 Uhr vom Firmengelände aus. Schnell noch ein Zwischenstopp bei Philipp um das ganze Essen und einen Schlafsack ab zu holen. Und schon geht es los auf den ca. 600 km langen Weg zur ersten Zwischenstation. Brems! Stau! Eine der wichtigsten Autobahnen in Pretoria (N1) ist blockiert. Anscheinend liegen dort brennende Autos auf der Straße, was dazu führt, dass der komplette Verkehr umgeleitet werden muss. Nach etwas mehr als einer Stunde haben wir uns aus dem gröbsten rausgearbeitet. Ein Abstecher zur Tanke versorgt uns mit genügend Wegzehrung. Bilton heißt das Zauberwort und ist eine typisch südafrikanische Spezialität. Die ersten (europäischen) Siedler wollten bei ihren reisen durch die öden Steppen ja nicht auf Fleisch verzichten. Deshalb schlachteten sie alle Tiere, die nicht benötigt wurden, schnitten sie in Streifen und hingen sie zum Trocknen auf. Mit ein paar Gewürzen verfeinert entstehen so leckere Snacks, die sowohl bei Rugby-Spielen als auch bei langen Autofahrten gerne gegessen werde. Dabei hat man die Auswahl zwischen verschiedenen Tieren. Rind, Springbock, Strauß, Elefant… Das schmeckt nicht nur, sondern ist bestimmt auch noch gesund. Außerdem ist es ein super Zeitvertreib, wenn man an so einem Stäck rumzerrt. Ich werd mal ein paar Packungen davon mit nach Deutschland nehmen. Zurück zum Thema.
Den Stau hatten wir überstanden. Der Weg ins Buffallo Camp vor den südlichen Toren des Kruger Parks liegt einige Hundert Meter unter Pretoria, das sich ja bekanntlich auf 1300 Höhenmetern befindet. So sollte es eigentlich nicht verwundern, dass wir plötzlich durch Gebiete fahren, in denen das Außenthermometer 33 Grad anzeigt. Dazu kommt leider der Gestank einer (ich vermute Papier-)Fabrik. Dieser wird unterstützt durch die brennenden Felder Links und Rechts von uns. Nach einigen Stunden nähern wir uns der Bleibe und sind nun voll auf die Wegbeschreibung angewiesen, die doch recht ungenau ist… Quietsch!!! Mensch, da hätte man doch glatt ein Zebra überfahren. Zebrastreifen auf Dirtroad wär doch sinnlos.(*Brüller*) Etwas genauer umgesehen und wir entdecken noch drei andere und ein Gnu. Mann-Oh-Mann, dabei sind wir doch noch nicht mal im Krugerpark, sondern in einem vorgelagerten. Also vorsichtig weiter.

Obwohl zwischendurch von zweifeln geplagt kommen wir in unserem Domiziel an. Die schätzungsweise 27-jährige Besitzerin (Aus Holland ausgewandert) begrüßt uns und wir haben noch genug Zeit um uns ein paar Bierchen zu genehmigen und ein Bad im Pool zu nehmen. Der Himmel ist etwas mit Wolken verhangen, aber da in der Ferne ein Sommergewitter die Umgebung erhellt und die dadurch entstandenen Waldbrände ein difuses Licht spenden, kann man sogar von etwas Lagerfeuerromantik sprechen. Dementsprechend verbringe ich die Nacht auch nicht im Haus, sondern auf dem Balkon unter freihem Himmel. Es ist inzwischen 1:00 Uhr und der Park macht um 6:00 Uhr auf. Da die Tiere ja vor allem am Morgen zu den Wasserlöchern pilgern, nehmen wir uns fest vor um fünf aufzustehen und gehen ins Bett. Die kurze Nacht erhällt ihre Geräuschuntermahlung von Moskitos, nachtaktiven Vögeln und grunzenden Nilpferden….
Nach ungefähr einer halben Stunde Schlaf und vier Stunden nach dem zu Bett gehen, klingelt mein Wecker. Okay, steh ich jetzt auf? Eigentlich hab ich ja keine Lust. Was sagen denn die anderen? *schnarch* Die sagen garnix. Okay, gönnen wir uns erstmal ne Dusche und machen uns ans Frühstück zubereiten. Als gegen 6:00 Uhr immer noch keiner aufgestanden ist, mach ich mich doch mal ans persönliche Wecken. Mit dem Elan eines gestrandeter Wale setzen sich die anderen 8 in Bewegung. Toastbrot, Kaffee, Tee, Rührei …wir haben ja Zeit.
Gegen 7:45 Uhr stehen wir vor dem Tor des wohl berühmtesten afrikanischen Nationalparks. Als Einheimischer kannst du hier deine Eintrittskarte für 30 Rand erstehen. Als Tourist musst du stolze 120 Rand bezahlen. Da alle anderen für mehr als 3 Monate hier sind und deshalb ein Visum + Arbeitserlaubnis vorweisen können, bin ich der Einzige, der die volle Summe löhnen darf. Ist aber nicht so schlimm. Wegen den 11,25 Euro, die ich mehr zahlen darf, mach ich jetzt keinen Aufstand. Is ja nur Geld, ne?

Auf geht’s! Der Himmel ist ein wenig wolkenverhangen und schon auf den ersten Metern kommen uns etliche Impalas (auch Schwarzfersenantilopen) entgegen. Die Population dieser Tiere hat 2002 die 150.00er Grenze überschritten und ist damit der häufigste Vierbeiner im Park. Später finden wir herraus, dass diese hüpschen Tiere noch besser aussehen, wenn sie mit einem riesigem Satz davon laufen. Natürlich ist es weder sinnvoll noch möglich die Tiere mit dem Auto zu verfolgen. Warum in alles in der Welt sollten wir uns denn von der asphaltierten Straße entfernen? Wir sehen diverse Giraffen und Zebras. Exkurs: Die beiden tauchen meistens gemeinsam auf, da eine Giraffe weiter sehen und ein Zebra besser hören kann, als der jeweilige Gegenpart. Außerdem fressen sie sich wegen dem Größenunterschied auch nichts gegenseitig weg.
Sie Wolkendecke reißt ein wenig auf und wir öffnen das Cabrio-Dach unseres quietschblauen Elefantenrollschuhs. Schuhe aus und schon kann man die tollsten Fotos machen, ohne sich im Inneren des Autos verränken zu müssen. By the way: Es ist natürlich strengstens untersagt sich so zu verhalten. Sobald, man seinen Kopf raushällt separiert man sich nämlich von Auto und wird damit zum Ziel der herbeistürmenden Löwen. Bis dato haben wir aber noch keine Löwen gesehen. Also wird weiter das tolle Wetter genossen. Links ein See mit Hippos, daneben ein schlafendes Krokodil, rechts eine Antilope, vor uns ein paar Affen… (Bei den Affen haben wir das Verdeck dann aber doch zu gemacht. Es gibt da ganz unschöne Geschichten.) Da vorne stehen die Elefanten… Mann, und wir fahren immer noch auf der asphaltierten Hauptstraße. Was muss das erst werden, wenn wir uns auf eine Dirtroad begeben? Gesagt – Getan. Der geländetaugliche Kleinwagen macht sich auf den Weg in die Wildnis. Gnu, Giraffe, Zebra, BREMS… Eine Schlange auf der Straße zwingt uns zum Warten. Nicht etwa weil man sich hinten anstellen muss, sondern weil das 3-Meter-Exemplar mit der gespaltenen Zunge einfach mal im Weg liegt. Irgendwann hat sie dann doch bemerkt, dass sie stört. Wir sind schließlich auf der Suche nach Tieren. Weiter geht’s.
Wir klappern alle Wasserlöcher auf unserem Weg ab. Ca. 75% von ihnen sind ausgetrocknet. Trotzdem findet man hier und da ein paar Tierchen. BREMS… na dieses putzige Schildkrötchen wollen wir ja nun nicht überfahren. Kurzerhand bringen wir sie ein wenig von der Straße weg. (By the way: Austeigen ist natürlich auch strengstens verboten. Also versucht das nicht zu Hause in eurem Nationalpark.) Tschüß und weiter. Nach zwei Kilometern erfolgt die nächste Bremsung. Mann, die war ja schnell. Und wir haben uns sorgen um das kleine gepanzerten Sprinterass gemacht. Vielleicht war’s ja aber auch eine zweite Schildkröte. Haben aber keine Zeit, weiter darüber nach zu denken. Wir hatten schließlich angepeilt gegen 16:00 Uhr im Olifants Camp zu sein um am bereits gebuchten Sunset-Drive mit zu machen. Den einzigen Zwischenstopp legen wir ein, als plötzlich ein mindestens 3 Meter hohes Antilopen-Ding vor uns steht. Leider sind wir nicht schnell genug um ein Foto zu machen. Weshalb uns am Abend niemand glauben wollte, dass hier wirklich sowas rumläuft. Der Dirtroad mit 50 km/h und der asphaltierten Straße mit 80 km/h folgend, erreichen wir um 16:05 Uhr den Parkplatz im Olifants Camp. (By the way: Es ist strengstens Verboten auf den Dirtroads schneller als 40 und auf den Asphaltstraßen schneller als 50 km/h zu fahren.)
Auf dem Parkplatz steht ein offroadfähiger Truck und wir werden schon sehnsüchtig erwartet. Also schnell das Auto geparkt und aufgesessen. Fliegender Wechsel also. Glücklicherweise war der Truck eine halbe Stunde zu spät dran, sonst hätten wir uns eine andere Abendbeschäftigung suchen müssen.
Der Sunset Drive ist einer dieser typischen Touristenaktionen. Das würde ich ja normalerweise ablehnen, aber da wir ja nicht so viel Zeit haben und ich faktisch als Tourist hier bin, mach ich mal eine Ausnahme. Mit kurzer Hose und kuzem Hemd machen wir uns auf den Weg. Über dem Sitz vor mir hängt eine dicke Stoffdecke. Na das ist ja wohl übertrieben. Welche Memme wickelt sich denn da schon ein? Die Antwort erhalte ich eine dreiviertel Stunde später, als die untergehende Sonne die Temperatur schlagartig sinken läßt und ich mich zitternd an die Decke klammere. Mit dem Truck geht es über alle nicht befestigten Straßen und die drei Stunden wollen garnicht richtig vergehen. Als Ausgleich gab;s wenigstens noch ein paar Tiere zu sehen.

Büffel, Hyänen, irgendein katzenartiges Viech, das angeblich keinen eigenen Geruch hat, eine kleine Schlange, Zebras, Giraffe… Naja, und was man halt noch so sieht. Als es schon so dunkel war, dass man garnicht mehr daran dachte etwas zu entdecken, taucht plötzlich ein Elefant aus dem Dickicht auf. Der scheint sich aber nicht sonderlich für uns zu interessieren. Ist aber auch nicht wichtig, denn der Fahrer nutzt die Gelegenheit uns über die Lebensumstände des Dickhäuters aufzuklären: Ein Elefant bekommt demnach (zumindest im Winter) nie genügend Schlaf, da er viel zu viel essen muss um nicht zu verhungern. Genau das tut er dann aber spätestens, wenn ihm im Alter die Zähne ausfallen. Keine schöne Art zu sterben. Aber jeder, der seinerzeit den König der Löwen gesehen hat, weiß, dass man deswegen nicht in Tränen ausbrechen muss. Außerdem hat der Krugerpark sowieso ein tierisches Problem mit der Elefantenpopulation. Es sind nämlich einfach zu viele. Nun kann man aber leider nicht einfach mal einen Elefanten exportieren. Wenn, dann muss das gleich eine Ganze Herde sein. Sollte ein Tier aus der Gruppe scheiden, so haben es die Dickhäuter drauf ein komplettes Jahr um ihn zu ihn zu trauern (inklusive Tränen und Co). Die haben also noch nie was von Timo, Bumba oder Simba gehört. Wenn ihr jemanden kennt, der eine Herde Rüsseltiere aufnehmen würde, dann meldet euch einfach bei mail@krugerpark.co.za. Neben diesen Anekdoten bekommen wir auch noch einige andere wichtige Dinge zu hören. Wenn man zum Beispiel einen Trampelpfad findet, der in der Mitte einen wenige Zentimeter breiten unversehrten Streifen hat, dann sollte man sich schnellstens verdrücken. Die Chancen stehen dann nämlich gut, dass gleich ein Nilpferd um die Ecke biegt. Da die Hippos aufgrund ihrer dicken Wampe und den kurzen Beinen ihre Füße nicht überkreuzen können, bleibt der besagte Streifen unversehrt. Das ändert aber nichts an der beachtlichen Spitzengeschwindigkeit von 50 km/h. Da wundert es auch nicht, dass die Hippos für mehr Todesfälle in Afrika verantwortlich sind als die Big-Five zusammen (Löwe, Leopard, Elephant, Büffel und Nashorn). An umgestürzten Bäumen und abgefressenen Wurzeln erkennt man übrigens den Resteteller eines Nashorns. Alles tolle Infos, die mir in Deutschland sicherlich mal das Leben retten werden. ;o)
Unsere Tour endet nach den drei Stunden und Sowohl Chris als auch ich sind froh uns warme Klamotten anziehen zu können. Der abendliche Braai schmeckt ausgezeichnet. Ein Steak, ein bisschen Huhn, ein bissel Strauß und ein paar Bierchen bzw. Wein. Was will man mehr. Gegen 0:00 Uhr mach ich mich auf den Weg in die komfortable Hütte mit eigenem Bad, Kühlschrank und Federkernmadraze. Die totale Survivor-Unterkunft eben.
Unsere Versuche uns für den Morning Walk einzuschreiben scheiterten leider. Der 3-stündige Ausflug zu Fuß wäre garantiert der Hammer gewesen. Leider war aber kein Platz mehr frei, weshalb wir uns für den nur halb so langen Riverside-Walk entschieden haben.
Gegen 7:00 Uhr klingelt mein Wecker. Was nimmt man nicht alles auf sich, denk ich mir und lasse mich aus dem Bett fallen. Ein Blick aus dem Fenster belehrt mich, dass es auch in Südafrika regnen kann. Hoffentlich wird jetzt nicht die Tour abgesagt. Ändern könnte ich es sowieso nicht. Also geht’s erstmal unter die Dusche und anschließend zum Bungalow der anderen um uns unser Frühstück ab zu holen. Der Regen prasselt auf das Terassendach, aber nach einer Weile wird es weniger und hört schließlich auf. Na dann kann’s ja losgehen.
Der Riverside Walk ist wahrlich nur ein schlechter Ersatz für einen dreistündige Tour durch den Busch, aber wir hatten auch unseren Spaß. Die Belehrung vor der Tour lassen wir geduldig über uns ergehen. Die Guards/Guides gehen vorran und wir folgen. Dabei sind wir absolut ruhig um die lieben Tiere nicht zu verschrecken und die bösen nicht anzulocken. Wir hören immer auf das was die Männer mit der Waffe sage. Logisch! Wenn ein Rauptier vor uns steht, rennen wir nicht weg, da wir uns sonst von der Gruppe absondern und garantiert Pech haben. Soweit alles klar. Das hätte mir mein logischer Menschenverstand auch noch gesagt. Die Guards informieren uns außerdem davon, dass wir etwas vorsichtiger sein müssen. Vor zwei Tagen ist am Ende der Brücke auf der wir aussteigen ein Elefant gestorben. Neben den Aasgeiern hat das auch ein paar Löwen angelockt. Super! Löwen! denken wir und machen uns im Gänsemarsch hinter den bewaffneten Führern her. Ein Zwischenstopp an einem Tümpel und wir treffen auf das erste männliche Hippo. Da ist die Welt noch in Ordnung. Die Aufgabe eines Männchens ist es nämlich, sich ein schönes Loch mit Wasser zu suchen und anschließend zu grunzen, damit sich die Weichen die Behausung angucken können um eventuell einzuziehen und viele kleine Happy-Hippos zu machen. Glück gehabt! Da kommt auch schon eine. Komischerweise wird die nach Nilpferdmaßstäben eventuell zierliche Dame von einem Narbenübersähten Nebenbuler verfolgt. Graziel lässt sich das Weibchen ins Wasser plumpsen und wir gehen weiter, da sich ab nun alles unter der Wasseroberfläche abspielt.
Ein paar Hügel weiter müssen wir kurz stoppen. Hier sind in den letzen Stunden sowohl Büffel, Wildschweine als auch Nashörner vorbei gekommen. Okay, hoffentlich finden wir aber den Löwen. Die Ampeln stehen auf grün, denn 10 Minuten später finden wir die Pfärte eines Löwen. Ab da vergeht die Zeit wie im Flug. Wir folgen den Abdrücken bis zum toten Elefanten und können sowohl an den Ausscheidungen der Raubkatze als auch an dem unverkennbarem Geruch erkennen, dass die Verwesung bereits in vollem Gange ist. Gleich, gleich müssten wir ihn haben… RIIIIINNNGGG!!!! Wieso klingelt jetzt auf einmal ein Handy? Der Chef der beiden Führer ruft an. “Tausend Mal hab ich euch gesagt, dass ihr euch an den Zeitplan halten sollt. Ich seit jetzt schon zwei Stunden unterwegs…” Tja, das ist zwar blöd, aber er hat recht. Also wird der Rückwärtsgang eingelegt und wir brausen mit Tempo 85 auf der Dirtroad Richtung Camp.
Wieder angekommen müssen wir feststellen, dass die anderen (Wir waren nur 4 Leute auf dem Riverside Walk.) bereits aufgebrochen sind. Natürlich mit dem Essen. Okay, zwei Bierchen haben wir trotzdem noch. Am Nachmittag wird ein Afternoon Walk angeboten. Der dauert 3 Stunden und klingt verdammt verlockend. Also hin zum reservieren. “Wie? Nein, wir haben für diese Nacht kein Haus gemietet. Aber wir waren gestern da. Unsere Peronalien stimmen also…” Plötzlich fällt der Groschen. Da ein 3-Stunden-Trip bestimmt 4 Stunden dauert und man ein paar Stunden bis zum Ausgang braucht, müssen wir eine Unterkunft haben oder wir Zelten im Busch (keine Alternative). Wie bereits gewohnt machen wir uns also als Autofahrer auf den Weg.
Diese Wahl stellt sich auch als ganz sinnvoll herraus, da wir die Entfernung bis zum Ausgang deutlich unterschätzt haben. Wieder einmal sind wir von Antilopen und Tieren mit Schuhgröße 89 umgeben. Gespannt verfolgen wir einen Elefantenkampf, der aber vermutlich eher das Vorspiel zum nicht jugendfreiem Nachspiel gewesen sein wird, als mich plötzlich ein Elefant angrinst. Wir haben uns so von den in weiter Entfernung raufenden Dickhäutern einnehmen lassen, dass wir den Elefanten, der etwa 2 Meter neben uns aus dem Gebüsch tritt erst merken, als er den halben Strauch aufgefressen hat. Ein schöner Abschluss für einen im großen und ganzen tollen Ausflug. Auf den letzten paar Metern kann man sich über den Gegenverkehr lustig machen, der doch echt bei einem Zebra oder einem Impala anhält.
Eine halbe Stunde später durchqueren wir das Tor und müssen feststellen, dass sich die Umgebung und Straßenverhältnisse nicht wirklich verändert haben (zugegebenermaßen sind die asphaltierten Straßen verhältnismäßig gut erhalten). Gefährlich wird es nur, wenn plötzlich Kühe über die Straße rennen. Nachdem diese Hürde überstanden war, wartete auch schon das nächste Hindernis auf uns. Eine dichte Nebelfront verhüllt nicht nur uns, sondern auch die Straße mit Sichtweiten unter 5 Metern macht Auto fahren nur halb so viel Spaß. Mit einem Österreicher an der Seite kann einem im nebligen Kurvenreichen Gebieten aber nichts passieren und so machen wir uns mit vermindertem Tempo in Richtung Autobahn auf. Hey!! Schon mal auf den Tank geguckt? Wir sollten schleunigst Tanken. Da kommt ja auch schon eine Tankstelle. Direkt hinter den Blechhütten im Township. Hmm, zwei Weiße in einem Auto mit Stoffdach in dieser Gegend? Aber wir haben keine Wahl. Immer noch besser als liegen zu bleiben. “Unleaded full, please.” Wie, ihr habt kein unverbleites Benzin? Aber einen Kilometer weiter, ganz in der Nähe, noch in der selben ‘Stadt’ steht auch eine und die hat eine einzelne Zapfsäule, die uns weiterbringen würde. Na gut, dann also auf zur nächsten. Nach 1,5 Kilometern entdecken wir unser Ziel. Dort werden wir schon mit Gelächter empfangen. “Was ist das für ein Auto?” Naja, ein quietschblauer Smart for Two, Caprioausführung. Nur zögerlich öffnen wir die Fenster. Irgendeiner von den 20 Leuten um uns herrum stehen muss doch der Typ sein, der die Zapfsäule bedient. Ach nee, der sucht die Tankklappe an der falschen Seite. “Open the car!” “Give me the keys!” schallt es um unsere Ohren. Man will die Herren ja nicht verärgern und außerdem ist es unhöflich. Also öffnen wir das Caprioverdeck einen Spalt weit und schnuppern Ghettoluft. Im Nachhinein eigentlich ein lustiges Erlebnis. Nur als wir den Preis des Gefährts verraten haben, dachte ich kurz, dass der ein oder andere schon aus diesem Grund gefallen an der rollenden Wertanlage finden könnte.

Kurz vor 11:00 Uhr erreichen wir die nächste Tankstelle und begeben uns nach einer kleinen Mahlzeit bei Steers (dem lokalen McDonalds-Verschnitt) nach Hause, wo wir gegen 0:00 Uhr ankommen.
Insgesamt ein nettes Wochenende. Das Wetter hätte zeitweise besser sein können, aber vermutlich wär mir knallende Sonne auch nicht recht gewesen. Wir haben eine Menge Tiere gesehen. Raubkatzen werden werden wir schon noch irgendwann anders direkt gegenüber stehen. Besonders angenehm war die Gesellschaft auf der Fahrt. Der Smart for Two ist in meiner Gunst weiter nach vorne gerutscht. Logischerweise in der Kleinwagenklasse. Mit einem Jeep oder der M-Klasse muss das Ganze bestimmt noch viel mehr Spaß machen.
Touristen-Fazit: Bestimmt der bekannteste, aber bestimmt nicht der optimalste Park. Die Tiere die zweifellos da sind, verteilen sich auf ein riesiges Gebiet. Kurioserweise sieht man die meisten Tiere, wenn man sich auf den asphaltierten Hauptstraßen aufhält. Die erste Unterkunft (Buffalo Bush Backpackers) kann ich wärmstens weiter empfehlen. Die Unterkunft im Kruger-Park ( Olifants Camp) überzeugt durch vergleichsweise luxuriöse Einrichtung und Campingplatzflair im positiven Sinne (wenn das geht). Die Touren sollte man möglichst vor Reiseantritt buchen, da die guten auch in der Nebensaison ständig ausgebucht ist.

PS: Wenn ihr unbedingt einen Stempel von Mozambique in eurem Pass haben wollt, dann solltet ihr daran denken, dass die Grenzen am Abend zu machen. Zwei von uns haben deshalb einen Umweg von einer Stunde in Kauf genommen und sind mit leeren Händen zurück gekommen.

Ende

3 Comments

  1. Stefan Zeissig

    Ich weiß jetzt nicht genau, wie diese Blondine in den Kontext passt aber erzähl uns mehr von ihr…

  2. Hab leider kein Bild von der Unterkunft gemacht. Aber ich denke Carolina ist auch ein netter Ersatz. Auf jeden Fall wurde das am besagten Abend aufgenommen. Ist also nicht vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen. Der Hauptgrund ist natürlich die langfristige Besucherbindung durch die Verbreitung von kurzweiliger Unterhaltung. Will sagen: Ich sorg dafür, dass du auch weiterhin meine Artikel ließt. Und sei’s nur wegen den Fotos. ;o))

  3. Mann’o'mann. Bei nochmaligem durchlesen stehen einem ja die Nackenhaare zu Berge. Da hab ich mich rechtschreibmäßig ja mal wieder selbst übertroffen. Trau mich garnicht die anderen Berichte nochmal anzugucken. Das liegt natürlich ausschließlich an den Frendsprachen, die hier auf mich einprasseln. Da kann man einfach nicht mehr vernünftig schreiben.

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